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Unsere Fahrt in den (Taucher)Himmel

Jedes Jahr begeht der TUK mit seinen Jüngern Christi Himmelfahrt auf ganz besondere Weise. Gemeinsam pilgern alte Seehasen und Jungtaucher nach Gammel Aalbo in der Nähe des dänischen Kolding. Das Tauchgebiet zeichnet sich vor allem durch seine Artenvielfalt und die möglichen Strömungstauchgänge aus.

Direkt an dem Campingplatz, den Taucher und Angler in friedlicher Gemeinschaft nutzen, fällt vom Bootssteg ein Steilhang bis auf über 40 Meter ab. Auf dem felsigen Grund wachsen ganze Laminarienfelder, die optisch den kalifornischen Kelpwäldern ähneln. In den Algen tummeln sich Klippbarsche und Dorsche, Plattfische und Seeskorpione, aber auch Seebulls, Steinpicker und Leierfische können den Tauchern begegnen. Auf schlammigeren Untergrund liegen Schlangensterne in der Strömung, kleine Seeigel zeigen ihre stachelbewehrten Körper und Strand- und Schwimmkrabben drohen den großen Eindringlingen wagemutig. In der Tiefe nehmen Schwämme und Weichkorallen überhand, wo sich Gespensterkrebse- und Krabben entdecken lassen.

Einen Tag lang mietet der TUK traditionell ein Boot, mit dem die Anfänger zu der kleinen Insel Fanö Kalv fahren, wo Seescheiden die Hänge bewachsen. Die erfahreneren Taucher lassen sich bei Voldstedt über Bord fallen, wo zwischen 27 und 33 Metern ein Steilhang Millionen Seescheiden beherbergt, gerade bei leichter Strömung ist das Vorbeischweben ein wunderschönes Erlebnis. Während der Bootsfahrten und zu ruhiger Stunde auch vom Steg trifft man mit etwas Glück auf die kleinen Schweinswale, die mit ihren kleinen Rückenflossen und den Stubsnasen immer wieder aus dem Wasser gucken.

Neben den Tauchgängen steht natürlich der Spaß an erster Stelle. Frisbees und Bälle in allen Formen und Farben werden schon am ersten Tag ausgepackt und zwischen den Ausflügen ins kühle Nass fleißig genutzt. Außerdem hat immer irgendjemand eine Gitarre dabei, um am Grill Lagerfeuerstimmung zu verbreiten. Die Kochgruppe sorgt für das Leibliche Wohl der Mitreisenden, die im Gegenzug das Geschirr abspülen. Neben dänischen Spezialitäten wie Hot-Dogs gibt es abwechslungsreiche Kost wie Möhren-Ingwer-Suppe, Thai-Curry und leckere Pasta. Sollte es einmal regnen, verziehen sich die TUKken bevorzugt in das große Mannschaftszelt, das immer dabei ist und allen Anwesenden Schutz bietet. Die letzten Jahre war allerdings verbrannte Haut das größere Risiko bei der vorherrschenden Witterung.

Während eigentlich täglich Nachttauchgänge gemacht werden, fallen diese am letzten Abend aus um dem Ehrengast zu huldigen. Dann hebt Neptun sich aus den Fluten, um alle neuen Taucher in seinem Reich willkommen zu heißen. Bei der folgenden Zeremonie steht der Spaß im Vordergrund, den in der Regel nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Täuflinge haben. Zu fortgeschrittener Stunde klingen die Abende feucht-fröhlich bei Lumumba, Bier und Wein oder auch bei Kakao und Saft aus und spätestens am Sonntag ist klar, dass wir auch im Herbst (das inoffizielle Gammel 2) oder spätestens nächstes Jahr zu Himmelfahrt wieder die Tauchkisten packen und uns dem Pilgerzug gen Norden anschließen.